Oberstaatsanwalt wegen Verdachts der Korruption verhaftet

Am Wochenende ging eine Nachricht durch die Presse, die doch etwas ungewöhnlich ist.


https://www.fnp.de/frankfurt/frankfurt-hessen-spd-justiz-u-haft-obertstaatsanwalt-bestechung-betrug-polizei-zr-90012829.html

Ein Oberstaatsanwalt wurde wegen Bestechlichkeit verhaftet.

Der Fall hat viele Facetten. Eine der immer wiederkehrenden Facetten ist, dass es die Ex Partner der mutmaßlichen Täter sind, die den Anstoß zu den Ermittlungen geben.
Soweit man den Ausführungen trauen kann, ist der mutmaßliche Täter sogar in dem Aufgabenbereich tätig geworden. „Sein Fachgebiet: Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen. Wie es in dem Fall um B., seinen befreundeten Unternehmer und den Vorwurf der Bestechlichkeit weitergeht, wird sich zeigen.“

Im parlamentarischen Raum wird jetzt Aufklärung gefordert.

Man darf gespannt sein, was bei den Ermittlungen heraus kommt.

Sarah Wiener stellt Insolvenzantrag für ihre Gastronomiebetriebe

„Jetzt musste sie für ihre Gastronomiebetriebe Insolvenz anmelden. Hat sie sich übernommen?“

So reisst die Süddeutsche Zeitung ihren Artikel über die Insolvenz der Gastronomiebetriebe von Sarah Wiener an.

https://www.sueddeutsche.de/panorama/sarah-wiener-fernsehkoechin-insolvenz-1.4978148

Im Text erfährt man dann: Insolvenz habe man aufgrund der „wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Gastronomie und Event-Branche“ beantragen müssen, heißt es offiziell. Schon im Mai hatte Wiener Sorgen um ihre Firma geäußert. Auch ansonsten ist an dem Text selber nichts zu kritisieren, die Fakten werden soweit ersichtlich auch unter Bezugnahme auf die Analysen von Wiener selber nachvollziehbar dar gestellt.

Nur die Eingangsfrage: „Hat sie sich übernommen?“ wird nicht beantwortet.

Der Wert eines Hauses

Der griechische Immobilienmarkt seit 2010 und seine Darstellung in der Presse

Nach der Krise ist vor der Krise. Dieses Bonmot gilt anscheinend nicht für die Immobilienmärkte, die in den letzten Jahren nur eine Richtung kannten – nach oben. Und schaut man nicht genau hin, dann kann man diesen Eindruck auch gewinnen.


Aber die Märkte, gerade in den wirtschaftlich schwachen Ländern, sind durch eine hohe Volatilität gekennzeichnet. Welche Einflussfaktoren in welchem Maß auf die Preise wirken, kann nur durch detaillierte Analysen zum jeweiligen Zeitpunkt und nur auf die jeweilige Region analysiert werden.

Die Achterbahnfahrt des griechischen Immobilienmarktes der letzten ca. 10 Jahre spiegelt sich in der Presseberichterstattung.

September 2012

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wohnen/griechenland-preisrueckgang-beschleunigt-sich-11897169.html

Januar 2013

https://www.griechenland-blog.gr/2013/01/immobilienkrise-in-griechenland-kostet-eigentuemer-das-halbe-vermoegen/10956/

Juni 2014

https://www.griechenland-blog.gr/2014/06/auf-immobilienmarkt-in-griechenland-herrscht-barzahlung-vor/114035/

August 2015

https://www.derstandard.de/story/2000020405414/griechische-inseln-im-abverkauf

März 2016

https://finanzmarktwelt.de/griechenland-bald-wieder-neue-gelder-und-ein-schlaglicht-auf-das-drama-28804/

September 2017

https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/griechenland-immobilien-warum-viele-griechen-ihre-elternhaeuser-aufgeben-a-1167321.html

September 2018

https://www.griechenland-blog.gr/2018/09/auslaender-grasen-immobilienmarkt-in-griechenland-ab/2143008/

November 2019

https://www.planradar.com/de/immobilienmarkt-griechenland/

März 2020

https://www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/wohnungsmarkt-auslaender-greifen-nach-griechischen-immobilien/25628040.html?ticket=ST-8370678-ovchqzw6zc4mLXPwEIE-ap3

April 2020

https://www.griechenland.net/nachrichten/politik/27146-tendenz-sinkender-immobilienpreise-in-griechenland
Die Erhebung der Sonderabgabe auf Immobilien in 2010 in Verbindung mit der Staatskrise hat den ersten Impuls für die Bewegungen auf dem Immobilienmarkt gesorgt. Die günstigen Preise lockten dann Ausländer an, die wiederum für steigende Preise sorgten. Corona stoppte diese Entwicklung aber wieder recht schnell.

Im Gegenzug suchten sich die reichen Griechen Alternativen z.B. in London.

https://www.sueddeutsche.de/geld/luxusimmobilien-in-london-griechen-im-kaufrausch-1.1177346

Gibt es im Herbst eine Insolvenzwelle oder eine Erholung?

Die Diskussionen laufen.

Hat der „Wumms“ gewirkt? Werden sich große Teile der Wirtschaft spätestens zum Herbst hin wieder erholen? Oder vereitelt eine dann kommende zweite Welle die Erholung mit einem weiteren Shut Down?


Auch bei der Prognose der Insolvenzzahlen gehen die Meinungen auseinander. 50 oder 70.000 Unternehmen sollen akut bedroht sein. Andere sprechen sogar von noch deutlich mehr.


Die Kreditversicherer haben in den letzten Jahren immer sehr gut mit ihren Prognosen gelegen. Hier wird ein düsteres Szenario gezeichnet.


https://www.mopo.de/hamburg/-der-schein-truegt–hamburger-experten-sicher–bald-kommt-die-corona-pleitewelle-37042334

Hoffnung macht allerdings folgenden Aussage: „Im weltweiten Vergleich kommt Deutschland der Prognose zufolge allerdings mit einem „blauen Auge davon“. „Gründe dafür sind neben der besseren Ausgangssituation und dem kürzeren, weniger strikten Lockdown vor allem die schnellen und sehr umfangreichen Sofortmaßnahmen der Regierung“, argumentierte Van het Hof.“

Bankenkrise reloaded

Jetzt zeichnet sich als Folge der Coronakrise auch eine nächste Bankenkrise ab.


https://www.mmnews.de/wirtschaft/148109-banken-umfrage-hunderttausende-kredite-nicht-mehr-bedient
„Hunderttausende Bankkunden haben in den vergangenen Wochen ihre Kredite nicht mehr bedient. Das ergab eine Umfrage der „Bild am Sonntag“ bei den wichtigsten Geldinstituten Deutschlands.
Demnach wurden allein bei den Sparkassen zuletzt bei 366.623 Kreditverträgen (davon 189.252 Privatkunden und 177.371 Gewerbekunden) Zins und Tilgung gestundet, teilte die Sparkassen-Finanzgruppe der Zeitung auf Anfrage mit.“


Dass dieses Problem andere Länder noch härter treffen wird, ist bereits jetzt deutlich. Dieser Bericht der Börsenredaktion der ARD stammt von Ende März 2020, also quasi zum Zeitpunkt des Aufflammens der Corona Krise.
https://boerse.ard.de/anlagestrategie/regionen/loest-italien-eine-neue-finanzkrise-aus100.html

Auch mal gute Nachrichten

Manchmal gibt es auch gute Nachrichten, wenn ein Unternehmen vor der #Insolvenz gerettet wird.https://www.automobil-industrie.vogel.de/nach-insolvenz-piller-entgrattechnik-gerettet-a-948805/

Wirecard

Der Fall Wirecard wird immer skurriler.
https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wirecard-scholz-finanzminister-bafin-1.4970326
Nicht, dass das nicht zu erwarten gewesen wäre. Bei einem Betrugsfall dieser Größenordnung müssen schon verschiedenste Kontrollorgane und Gremien massiv versagen. Wobei „versagen“ der falsche Ausdruck ist.
Als allererstes wäre da mal der Aufsichtsrat von Wirecard.
Dass etwas ernsthaft im Argen liegt, hätte man, abgesehen von den Financial Times Berichten vielleicht auch an den Veränderungen im Aufsichtsrat merken können.
https://www.wirecard.com/de/unternehmen/pressemeldungen/change-at-the-top-of-the-supervisory-board-of-wirecard-ag
Dass ein Mitglied unter expliziter Nennung der Funktion des Prüfungsausschusses, der z.B. die interne Revision mit Prüfungsaufträgen beauftragen kann, zum Vorsitzenden des Aufsichtrates macht, spricht eigentlich schon Bände.
Der scheidende Aufsichtsratsvorsitzende verabschiedete sich mit den Worten:
„Wulf Matthias sagte: „Es war mir eine besondere Ehre, dieses außergewöhnliche Unternehmen und seine Führungsmannschaft in den vergangenen 11 Jahren als Aufsichtsratsvorsitzender begleiten zu dürfen. In dieser Zeit hat die Wirecard AG eine in der jüngerer Wirtschaftsgeschichte Deutschlands beispiellose Wachstums- und Erfolgsstory hingelegt. Wirecard ist heute ein international tätiges Blue-Chip-Unternehmen und damit in eine neue Phase seiner Unternehmensentwicklung eingetreten. Gerne übergebe ich den Aufsichtsratsvorsitz nun an Herrn Eichelmann.“
Dass ich da jemand aus der Verantwortung stehlen wollte, ist natürlich nur ein böses Gerücht.
Natürlich muss man sich auch ernsthaft fragen, was die Analysten der Anlagegesellschaften denn so getrieben haben. in vielen Portfolios waren Wirecard Aktien repräsentiert, was natürlich auch daran liegt, dass diese den DAX abbilden sollen oder müssen.
https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/wirecard-skandal-in-vielen-aktiven-fonds-steckten-wirecard-aktien-bis-kurz-vor-dem-absturz/25946192.html?ticket=ST-5640367-PsCNzcFHCTiXMkC3S3i1-ap4
Über die Rolle der Wirtschaftsprüfer ist noch lange nicht alles gesagt oder geschrieben, aber einige wichtige Aspekte finden sich in diesem Aufsatz des Handelsblattes.
https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/fall-wirecard-wirtschaftspruefer-und-aufsicht-muehsame-debatte-ueber-reformen/26011108.html
In der Schusslinie der Kritik steht auch die BaFin. Eigentlich eine sehr mächtige Behörde, die aber in diesem Fall nicht oder zu wenig oder zu spät reagiert hat. Jetzt versucht der Bundesrechnungshof, diesen Fall aufzuklären.
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/finanzministerium-im-visier-wirecard-aktie-bricht-erneut-ein-bundesrechnungshof-will-bafin-wegen-wirecard-skandal-pruefen-9077132
Spannend wird es, die Rolle der Politik zu beleuchten. Olaf Scholz war seit 1,5 Jahren über den Fall Wirecard informiert, der aber zu der Zeit noch kein Fall war.
https://www.welt.de/politik/deutschland/article211763411/Wirecard-Skandal-Schluesselfigur-legt-Gestaendnis-ab.html
Der Fall Wirecard wurde im wesentlichen durch die Financial Times aufgedeckt. In demselben Zeitraum (April 2019) erstattete die BaFin Anzeige u.a. gegen die Mitarbeiter der FT wegen Marktmanipulation.
https://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/wirecard-aktie-im-plus-finanzaufsicht-bafin-erstattet-anzeige-gegen-ft-journalist-a-1263186.html
„Der Münchner Dax-Neuling Wirecard befindet sich seit Ende Januar im Zentrum von Betrugsvorwürfen. Die britische „Financial Times“ hatte wiederholt über vorgetäuschte Umsätze und gefälschte Verträge bei Wirecard in Singapur berichtet. Wirecard weist die Anschuldigungen als verleumderisch zurück. Nach den Berichten ging die Aktie auf Achterbahnfahrt.“
Der zeitliche Zusammenhang zwischen der Information des Finanzministers und der Bafin als dem Bundesfinanzministerium untergeordnete Behörde ist zumindestens mal spannend.
Da kommt noch mehr.

Insolvenzen im Gast- und Beherbungsgewerbe

Bisher war die Rede davon, dass ca. 50.000 Unternehmen von der Insolvenz bedroht sind. In diesem Spiegel Artikel wird berichtet, dass alle 70.000 Betriebe des Gast- und Übernachtungsgewerbes die Coronakrise nicht überleben werden.https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/coronavirus-krise-70-000-hotel-und-gastronomiebetrieben-droht-offenbar-die-insolvenz-a-69a041e9-fc90-4315-90e5-4762c90d3cb9