Habeck und Insolvenz

Derzeit werden die Aussagen von Robert Habeck bei Maischberger zur Insolvenz intensiv diskutiert.

Als erstes möchte ich anmerken, dass weder der Minister noch Maischberger grundlegende Kenntnisse über das Thema Insolvenz präsentiert haben, was angesichts der gesamtwirtschaftlichen Lage ein – hier passt der Begriff wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge – ein Offenbarungseid für einen Wirtschaftsminister als auch für eine öffentlich rechtliche Talkshow mit 6 stelligen Produktionskosten ist. Aber das ist ein Thema, dass man gesondert diskutieren müsste.

Dass viele tausend Unternehmer durch diese Politik vor den Scherben ihrer Existenz stehen und nicht nur ein paar Einnahmen, sondern der eine oder andere auch sein gesamtes Lebenswerk, auf diesen Gedanken kommt der Wirtschaftsminister gar nicht. Wie kann man als Wirtschaftsminister auf den Gedanken kommen, man könne die Produktion mal eben so einstellen? Fassungslosigkeit macht breit.

Dass auch Mitarbeiter dann von Arbeitslosigkeit betroffen sein könnten, würde ja schon ein etwas tieferes Eintauchen in eine wirtschaftliche Welt bedeuten, zu der Habeck nicht in der Lage zu sein scheint, nimmt man seine öffentlichen Äußerungen zum Maßstab.

Und was passiert, wenn die Energieunternehmen auf einmal Zahlungsausfälle sowohl auf der privaten als auf der gewerblichen Ebene zu verkraften haben – diese Frage wurde noch nicht gestellt. Hier ist es eine Frage der vier Grundrechenarten, ab wieviel „Zahlungsausfall“ auch die Energieunternehmen selber in Liquiditätsprobleme rutschen.

Als Ökonom bin ich mit den Themen Grenzkosten und Marktpreisbildung vertraut. (Habeck bekannte neulich, dass niemand ahnen konnte wir komplex der Gasmarkt ist. #Offenbarungseid 2).

Wäre die Entscheidung gefallen, die drei Kernkraftwerke am Netz zu halten und perspektivisch die drei still gelegt wieder in Betrieb zu nehmen, wir hätten ganz andere Reaktionen an den Märkten.

Wie der Atomausstieg nach Fukushima von der Landtagswahl Baden Württemberg getrieben worden war, sind die jetzigen Entscheidungen Konzessionen an die Landtagswahlen am 9.10.2022 in Niedersachsen.

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