Target II System ausgefallen

Eine Meldung vom Target II System – mal anderer Natur, als die Wasserstandsmeldungen des Saldos, der übrigens am 30.09.2020 bei 1.115.189.250.498,07 € (in Worten: mehr als 1,1 Billionen = 1.100 Milliarden) lag. Bedeutet: die deutsche Bundesbank hatte gegenüber Ihren Partnerbanken im Eurosystem diese Forderung.


„Im sogenannten „Target2“ System aller Zentralbanken des Euroraums ist es am Freitag zu einem mehrstündigen Komplettausfall aller Zahlungsabwicklungen gekommen. Auch sämtliche Backup- beziehungsweise Notfall-Systeme haben nicht funktioniert.“


Jetzt sind als auch die technischen Systeme des Zahlungsverkehrs für einige Stunden ausgefallen.


https://finanz-szene.de/payments/komplettausfall-im-target2-system-gesamter-zahlungsverkehr-betroffen/

Die Lage kleiner und mittlerer Unternehmen

Die Lage für viele Unternehmen wird immer prekärer. Es ist erstaunlich, dass Meldungen wie diese über die Situation von kleinen und mittleren Unternehmen nicht stärker medial verbreitet werden.


https://mobile-reuters-com.cdn.ampproject.org/c/s/mobile.reuters.com/article/amp/idDEKBN2771OS

Aus meinem Bekanntenkreis bekomme ich von den Kurzarbeitern gespiegelt, dass das Mehr an Freizeit den Einkommensverlust voll aufwiegt, wenn den überhaupt ein Einkommensverlust entsteht (wie z.B. im öffentlichen Dienst).


Nur eines ist wohl weder den politisch Verantwortlichen oder aber auch den Tranferempfängern klar. Die Mittel sind endlich. Die Sozialkassen werden gerade um ihre Rücklagen erleichtert. 2020 und 2021 gehen mit Rekordverschuldungen des Bundes einher. Dazu unterstützt die Bundesregierung sowohl europäische Nachbarn als auch international diverse Länder in Not.


Die Metapher, die Kerze wird von beiden Seiten angezündet, dürfte als treffende Beschreibung für das fiskalische Handeln gelten. Nach der Bundestagswahl wird es ein Erwachen geben.

BGH Urteil zu Bauteilöffnung – Relevanz für Immobilienbewertung

Auch für die Praxis der Immobilienbewertung wird dieses Urteil Folgen haben.
 
https://www.zpoblog.de/bgh-bauteiloeffnung-sachverstaendige-weisung-ermessen-feststellungen/

Neue Coronahilfen geplant

Es werden neue Coronahilfen geplant. Unter anderem werden diese so begründet.

„Unser Ziel ist es, den Betroffenen Planungssicherheit zu geben und eine möglichst zeitige Verlängerung zu vereinbaren“, sagte SPD-Chef Norbert Walter-Borjans dem Handelsblatt. „Wir kämpfen dafür, dass unser soziales Netz auch in der Coronakrise tragfähig bleibt.“

https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/ueberbrueckungsgelder-bundesregierung-prueft-verlaengerung-der-corona-hilfen/26298896.html?utm_term=Autofeed&social=ln-hb_hk-li-ne-or-&utm_medium=Social&utm_source=LinkedIn&ticket=ST-2019213-wFHQTrDmcLUcTYnXbznq-ap6#Echobox=1603378317

Gerade gehen fast täglich die Meldungen über die mißbräuchliche Nutzung der Coronahilfen über die Ticker. Die Diskussionen über die Zombieunternehmen und gefährdete Banken werden immer intensiver geführt.

Dann wollen wir mal hoffen, dass die Hilfen so kreiert werden, dass sie nicht nur kurzfristig im Hinblick auf die anstehenden Wahlen ausgerichtet sind. Mittel- und langfristig könnte sich das dann kontraproduktiv auswirken.

Anleger verlieren 30 Mio. € in Geothermieprojekt

Gerade in Niedrigzinsphasen suchen immer mehr Anleger nach Alternativen zum Sparbuch. Die Aktienmärkte legen davon ein beredtes Zeugnis ab. Manche Anleger möchten sich aber auch direkt an Unternehmen beteiligen und was wäre da besser geeignet, als eine Anlage in alternativen Energien? Sehr beliebt sind Windparks, aber auch Biogaskraftwerke oder wie in diesem Fall Anlagen in Geothermie. Den Anlegern wurde über einen Zeitraum von 7 Jahren eine Rendite von 7.25% versprochen. Als Anlagetool dienten Namensschuldverschreibungen, die noch mit einem qualifizierten Nachrang für die Forderungen versehen war.
 
https://investmentcheck.de/news/5430/danebengebohrt
 
Es liegt in der Natur der Sache, dass solche Projekte risikoreich sind. Allerdings macht die Strukturierung der Gesellschaft den geneigten Leser stutzig. Und auch die Tatsache, dass „Ebenfalls skeptisch stimmt die 2019er Bilanz des Hauptschuldners Geothermie Management GmbH. Diese zeigt bei einer Bilanzsumme von 36,3 Millionen Euro einen nicht durch Eigenkapital gedeckten Fehlbetrag von 29,2 Millionen Euro.“ hilft nicht im Nachgang zu der Insolvenz sehr kritische Fragen in Bezug auf rechtliche Haftungsthemen zu stellen.

Insolvenztourismus

Den Begriff des Insolvenztourismus halte ich in diesem Zusammenhang für verfehlt. Aber ich kann sowohl die Geschäftsführer und die Insolvenzverwalter verstehen, dass sie in solchen Verfahren versuchen, „das Glück“ ein wenig zu beeinflussen. Andererseits sind solche Versuche aus verschiedenen Gründen hochproblematisch und daher letztlich abzulehnen. Das für unseren Staat konstitutive Element des gesetzlichen Richters wird damit ausgehebelt! Und natürlich öffnen sich auch möglicherweise Türen für korruptive Praktiken. Schließlich ist auch die unabhängige Ausübung des Amtes des Insolvenzverwalters in Gefahr.

https://www.wiwo.de/my/unternehmen/handel/german-property-group-das-ende-des-insolvenztourismus/26285040.html?ticket=ST-3309181-kU5GN9j1j2gv3iqCbAfR-ap1

Unternehmensstrafrecht

Seit Jahren wird das Unternehmensstrafrecht diskutiert. Noch gibt es auch den verschiedensten Gründen keinen Fortschritt. Insbesondere die Form der Sanktionen ist umstritten. Zynische Kritiker sehen demnächst im Vorstand den Posten des „sit in directors“ – eines Vorstandsmitglieds, dessen Aufgabe darin besteht, die Unternehmensstrafen abzusitzen.
 
Die schwarze Liste ist bereits im Bereich der Korruption in den vergangenen Jahren mehrfach gescheitert.
 
https://www.unternehmensstrafrecht.de/versang-schwarze-liste-fuer-sanktionierte-unternehmen/

Die Börse als Prädikator

Im Allgemeinen sagt man ja, dass die Börse viele Entwicklungen vorweg nimmt. Das ist die Reaktion der Börse auf die Verkündung der Maßnahmen gestern.


https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/zweiter-lockdown-moeglich-dax-beendet-handel-mit-kursdelle-corona-angst-grassiert-9394746

Bundesbank nimmt Stellung zur Insolvenzlage

Nun äußert sich auch die Bundesbank zum Thema Insolvenzen.


„Die Bundesbank hat die Banken in Deutschland aufgefordert, sich auf eine mögliche Insolvenzwelle und steigende Kreditausfälle infolge der Corona-Pandemie vorzubereiten. „Im gesamten Unternehmenssektor könnten die Insolvenzen in den ersten Monaten des Jahres 2021 auf über 6000 pro Quartal steigen“, sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts. Das wäre ein Anstieg um mehr als 35 Prozent.“


https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzstabilitaetsbericht-101.html


Man merkt der Bundesbank deutlich an, dass sehr vorsichtig und zurückhaltend formuliert wird. Das größte Problem dürften auch nicht die deutschen Banken sein (obwohl Deutsche Bank und Commerzbank auch nicht gerade goldene Zeiten erleben), im europäischen Kontext waren bereits einige italienische, spanische und französische Banken vor der Coronakrise massiv angeschlagen, da kommt noch etwas auf die europäischen Steuerzahler zu.

Corona und leere Krankenhäuser

Die wirtschaftliche Situation vieler Kliniken ist kritisch.

https://www.rwi-essen.de/presse/mitteilung/400/

Es liegt auf der Hand, dass gerade im Gesundheitsbereich Auslastung der Kapazitäten in einem engen Zusammenhang mit der Deckung der Fixkosten steht. Wir konnten das für die Sanierung von Altenheimen und ambulanten Pflegediensten in der Praxis demonstrieren.

Dass es in Krankenhäusern ähnlich ist, liegt auf der Hand. Hier kommt nach unserer Erfahrung aber noch die Anzahl und Qualität der Operationen hinzu, die ebenfalls einen veritablen Anteil an der Krankenhausfinanzierung haben.

Es liegt auf der Hand, dass ausbleibende Patienten und unterbliebene Operationen d9e wirtschaftliche Lage weiter verschärfen werden.

https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/corona-stille-in-den-muenchner-kliniken-zahlen-steigen-betten-bleiben-leer-art-675177

An dieser Stelle möchte ich über die zu Beginn der Pandemie geführte Diskussion über die Anzahl und Konzentration von Krankenhäusern erinnern. Wenn gegen die wirtschaftliche Krise der Krankenhäuser nichts unternommen wird, ist die Diskussion bald obsolet.