Konjunkturprognose

Vor 25 Jahren habe ich mein Studium der VWL abgeschlossen. Konjunkturpolitik war nie so meines, auch von den makroökonomischen Totalmodellen habe ich wenig gehalten. Damals gab es eine neue Forschungsrichtung, die sich computergestützte Mikrotheorie nannte und auf der Basis von 600 Gleichungen eine Volkswirtschaft „bottom to the top“ modellierte. Seitdem habe ich mich mit beiden Themen wissenschaftlich nicht mehr auseinander gesetzt.

Gleichwohl konnte ich mit den anderen Erfahrungen, die ich Laufe meines Berufslebens insbesondere im Bereich der Insolvenzen und den Entwicklungen in den NBL nach der Wende gesammelt habe, aus der kalten Hose weissagen (und nie war das Wort treffender als heute), dass die vergangenen Wachstumsprognosen von Altmaier/den Forschungsinstituten bestenfalls Pfeifen im Walde waren.

https://www.spiegel.de/wirtschaft/corona-peter-altmaier-korrigiert-wachstumsprognose-kraeftig-nach-unten-a-d61897dc-c120-4edb-a386-d920836ec98b

Die hier genannten Prognosen stammen noch aus dem Dezember 2020. Die Regierung wird in Kürze die Lippen wieder spitzen müssen, um im Wald, den sie vor lauter Bäumen nicht sieht, ein neues Lied zu pfeiffen.

Und die Steuerschätzer und -eintreiber pfeiffen auf dem letzten Loch.

Landwirtschaft in der Krise – wie können Preise alternativ gestaltet werden

Die Proteste der Landwirte der letzten Monate wurden immer wieder durch andere Themen überlagert, obwohl sie sehr lautstark und auch massiv waren. Bei Presse und Politik waren die Anliegen jedoch unter ferner liefen.

Ein Grund dafür ist die zunehmende Industrialisierung der Landwirtschaft, die in z.B. der Geflügel- oder Schweinezucht zu nicht hinnehmbaren Zuständen geführt haben. Was in diesem Zusammenhang verschwiegen wird, ist, dass es nur ein ganz kleiner Teil der Agrarindustrie ist, in der solche Zustände herrschen und das nichts mit der Mehrheit der Landwirte zu tun hat. Auch die Anwürfe bzgl. der Nitratbelastung durch Dünger sind überwiegend Folge selektiver Methoden bei der Messung.

Den Landwirten steht ein preisaggressiver Handel gegenüber, der die Preise ausquetscht, bis es quietscht. Diese neue Forderung der Landwirte greift einige auch der Umweltschutzthemen auf. Man darf gespannt sein, ob gleich wieder Nationalismus geschrien oder ob die EU Landwirtschaftspolitik revidiert wird.

https://lnkd.in/gXDiYeK

EU Bürokrat: Bevor ich im Weinsee ertrinke möchte ich einen letzten Blick auf meine geliebten Butterberge werfen.

Anstieg von Betrug im Internet, Impfstoffe

Mit der Verlagerung zahlreicher Aktivitäten ins Internet steigt dort auch die Kriminalität. Immer wieder weisen Fachleute darauf hin.

https://www.abendzeitung-muenchen.de/muenchen/lka-chef-harald-pickert-kriminelle-nutzen-corona-art-696104

„In Niedersachsen hat jemand telefonisch Impfstoff angeboten, natürlich gegen Geld. Sind das neue Maschen?

Wir hatten schon Fälle, bei denen Betrüger vor der Tür standen und sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgaben. Letztendlich läuft es immer auf dasselbe raus, die Leute wollen Geld oder in fremde Wohnungen.“

Jede gesellschaftliche Sonderlage bringt auch eigene Kriminalitätsformen. Über diese wird aber wenig berichtet.

Der Impfstoff ist dafür ein gutes Beispiel. Einerseits wird so drastisch berichtet, dass eine zusätzliche Nachfrage nach Impfstoff geschaffen wird, die ihrerseits nicht befriedigt werden kann. Das ruft „natürlich“ Betrüger auf den Plan. Vor den gefälschten Impfstoffen kann man aber auch nicht laut warnen, weil dann die Verunsicherung noch gesteigert wird. ein gefährlicher Teufelskreis entsteht.

Hussel insolvent

Noch ist es die Nachricht, dass es die Krise war, die zur Insolvenz geführt hat. Die vertieften Informationen werden wohl in den nächsten Tagen kommen.

Aber nachdem gestern die Meldung über Maredo und die Entlassung der Mitarbeiter veröffentlicht wurde, hat es jetzt also Arko, Hussel und Eilles „erwischt“.

https://www.n-tv.de/wirtschaft/Arko-Eilles-und-Hussel-beantragen-Insolvenz-article22301384.html

Damit sind wieder bekannte Marken betroffen.

Es werden nicht die letzten sein.

Gutscheine in Wein ausbezahlen?

Das Thema Gutscheine ist insolvenzrechtlich geklärt. Gutscheine gehören zu den Insolvenzforderungen.

https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Ole-Deele-Burgwedel-Restaurant-will-Gutscheine-in-Wein-ausbezahlen

Leider ist der Artikel hinter der Bezahlschranke, aber es geht mir auch nicht um den konkreten Fall, sondern um die Folgen der insolvenzrechtlichen Regelungen. Während es rund um die Fragen der Insolvenz ein tragfähiges Gerüst aus gesetzlichen und richterrechtlichen Vorschriften gibt, werden die insbesondere Gericht in der Rechtsprechung vor dem Hintergrund der temporären Aufhebung der Insolvenzpflicht und der Einführung des SanInsFoG Neuland betreten.

Damit ist mit einer zusätzlichen rechtlichen Unsicherheit nach Corona zu rechnen.

Impfung

„In Deutschland versterben mehrere Menschen kurz nachdem sie gegen das Coronavirus geimpft wurden. Das Paul-Ehrlich-Institut untersucht nun die jeweilige Todesursache. Experten erwarten jedoch, dass andere Faktoren als die Impfung eine Rolle gespielt haben.“

https://www.n-tv.de/panorama/Institut-prueft-zehn-Todesfaelle-nach-Impfung-article22292066.html

„Über Einzelfälle könne sie aus Gründen des Personenschutzes nichts sagen, „aber es handelt sich um sehr schwer kranke Patienten mit vielen Grunderkrankungen“. Manche seien palliativ behandelt worden. Bislang haben in Deutschland mehr als 800.000 Menschen eine erste Impfdosis erhalten.“

D.h. schwer kranke Patienten wurden mit einem völlig neuartigen Impfstoff geimpft, über dessen Wirkung u.a. mit anderen Medikamenten wenig bis gar nichts bekannt ist?

Welcher Arzt würde schwer Kranke impfen? Soweit mir bekannt ist, dürfte in solchen Fällen auf gar keinen Fall geimpft werden. Es werden gesellschaftliche Maßstäbe, fachliche Richtlinien und gesetzliche Regelungen verschoben.

Mit Gesundheitsschutz kann (q.e.d.) das allein nicht mehr erklärt werden.

Lockdowns wirkungslos?

Wenn es nicht so traurig wäre, dann könnte man lachen.

https://www.tagesschau.de/faktenfinder/corona-zahlen-rechnung-101.html

Dass die Wirkung des Lockdown möglicherweise nicht so ist, hat Jens Spahn im Spätsommer erkannt. Mit dem wissen von heute, würden wir die Friseure nicht mehr schließen. Diese Aussage hatte eine Halbwertszeit von fast drei Monaten. Immerhin. Da war der Aussage des BMG, die die Gerüchte über einen Lockdown als Fake News abstempelte vom 14.3. nur eine Haltbarkeit von einer Woche beschieden.

Boris Reitschuster fragte nach, auf der Basis welcher Studien / Erkenntnisse über die Vertiefung des Lockdowns beraten wird.

Er bezog sich auf eine Studie von John Ioannidis, die aber in der deutschen Presselandschaft mehr oder weniger tot geschwiegen wird. Im besten Fall wird kommentiert, dass in der Zusammenfassung bereits darauf hingewiesen wird, dass die Ergebnisse nicht auf andere Länder übertragen werden können.

https://www.achgut.com/artikel/fundstueck_neue_ioannidis_studie_erweist_lockdowns_als_wirkungslos

Leider ist das der aktuelle „Wissenschaftsdiskurs“. Was nicht ins Bild passt, wird nicht verbreitet.

Optimismus und Steuerschätzung

Die Bundesregierung zieht ihren Optimismus u.a. aus der Steuerschätzung aus dem November 2020.

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Pressemitteilungen/Finanzpolitik/2020/11/2020-11-12-PM-Ergebnisse-der-Steuerschaetzung.html

„Der Steuerschätzung wurden die gesamtwirtschaftlichen Eckwerte der Herbstprojektion 2020 der Bundesregierung zugrunde gelegt, welche insbesondere auch die erwarteten Auswirkungen der Covid-19 Pandemie auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung abbildet. Die Bundesregierung erwartet hiernach für dieses Jahr einen überaus deutlichen Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts um 5,5 % und im kommenden Jahr 2021 einen Anstieg von 4,4 %. Für das nominale Bruttoinlandsprodukt werden nunmehr Veränderungsraten von ‑3,8 % für das Jahr 2020, +6,0 % für das Jahr 2021 und +4,3 % für das Jahr 2022 sowie von je +2,6 % für die Jahre 2023 bis 2025 projiziert.“

Angesichts der aktuellen, erweiterten Lockdown Diskussion muss wohl neu gerechnet werden.

Menschliche Dramen und Insolvenz

Die Gründe für eine Insolvenz sind vielfältig. Sehr häufig liegen die Ursachen für den dissonanten Schlussakkord, Zahlungsunfähigkeit und / oder Zahlungsunfähigkeit, in vor 2 – 3 Jahren falsch gespielten Tönen. Die Ursachen können vielfältig sein – im Beratersprech werden dann falsche strategische Entscheidungen als Grund benannt. Unterlassene oder falsche Investitionen, zu wenig oder zu viel Marketing und anderes mehr sind zu nennen.

Natürlich gehört auch das Finanzamt zu den gern genannten Schuldigen an einer Insolvenz. Jetzt haben wir aber die Situation, dass der Staat tatsächlich durch Zwangsmaßnahmen Unternehmen und damit Menschen die Existenzgrundlage entzieht.

Ganze Lebenswerke werden vernichtet, während die Novemberhilfen noch in den staatlichen Taschen schlummern und während man sich dort mit Software befasst, schmelzen bei den Betroffenen die Rücklagen wie Eis in der Sonne. Einen kleinen Einblick in die menschlichen Folgen gibt der FAZ Artikel.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/steuerberater-zu-corona-hilfen-dramen-spielen-sich-ab-17136224.html

Rückgang industrieller Produktion und Gewerbesteueraufkommen

Bei den ganzen Diskussionen über die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie standen bisher insbesondere die Bundesfinanzen im Vordergrund. Nach 200 Mrd. in 2020 und 180 Mrd. € in 2021 stehen dort Rekordschulden auf der Sollseite.

Der Blick auf die Haushalte der Kommunen ist in der Regel weniger spektakulär, obwohl die Menschen von Einschränkungen dort viel stärker betroffen sind.

Leser meiner kleinen Kolumne haben in den letzten Wochen von TUI und Continental gehört. Der dritte große Gewerbesteuerzahler ist VW Nutzfahrzeuge. 25% Rückgang waren in 2020 bei leichten Nutzfahrzeugen zu verzeichnen.

https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/absatzeinbruch-voaus-vw-aktie-rot-verkaeufe-der-volkswagen-kernmarke-rutschen-2020-deutlich-ab-auch-audi-und-skoda-mit-minus-9683635

Alle drei werden auf absehbare Zeit nichts mehr ans Haushaltssäckel abführen. Auch Wabco kämpft.

So deutlich wie in Hannover wird es in vielen Kommunen nicht sein, aber die Zeichen an der Wand sind deutlich: der Gürtel wird deutlich enger geschnallt werden.