Erbschaftssteuer und dadurch erforderlicher Immobilienverkauf

Dieser Artikel thematisiert ein unterschätztes Problem mit hohem Sprenggehalt.


„Seit 133 Jahren gehört das Mietshaus an der Weißenburger Straße (Haidhausen*) der Familie von Stefan Rührgartner (49) – jetzt muss er die Immobilie verkaufen. 1888 hat Rührgartners Ururgroßonkel das Haus gebaut, nach dem zweiten Weltkrieg baute sein Großonkel das zerbombte Gebäude wieder auf. Lange Zeit lebte Rührgartner selbst hier, jetzt hat er es geerbt. Für ihn stecken Geschichten und Emotionen in diesem Haus in Haidhausen – das er jetzt verkaufen muss, weil er die Erbschaftssteuer nicht zahlen kann!“


Sachlich steckt dahinter, dass die Erbschaftssteuer durch das Finanzamt in der Regel nach dem Vergleichswert, hilfsweise auch mach dem Ertragswert berechnet. Nicht nur in Fällen wie diesen, es reicht auch die dritte Generation an Eigentümern, werden die zu zahlenden Erbschaftssteuern extrem hoch sein.


„Der Wert des Hauses wurde auf 6,5 Millionen Euro geschätzt. Nach Abzug des Freibetrags muss der Münchner rund 945.000 Euro Erbschaftsteuer zahlen. Geld, das Rührgartner nicht hat. „Natürlich könnte ich einen Kredit aufnehmen, aber den könnte ich in meinem Leben nicht mehr zurückzahlen“, sagt er. Und: „Dreimal wurde auf das Haus schon Erbschaftssteuer gezahlt, ich zahle Umsatzsteuer für jede Instandhaltung, Einkommenssteuer auf die Mieteinnahmen. Eine knappe Million Erbschaftssteuer geht zu weit.“


Der Wert der Immobilie äußert sich ja gerade nicht darin, dass der Eigentümer auf einem Haufen Bargeld sitzt. Ein Darlehen kann der Eigentümer auch nur dann aufnehmen, wenn er selbst oder die Immobilie sowohl kreditfähig- als auch kreditwürdig sind. Das ist oftmals nicht der Fall, so das die Immobilie veräußert werden muss.


In unserer praktischen Arbeit hatten wir mit diversen solcher Fälle zu tun und konnten schon in Auseinandersetzungen mit dem Finanzamt gute Erfolge erzielen.

Spannend dürfte z.B. sein, was passiert, wenn das Haus im Verkauf den geschätzten Kaufpreis nicht erreicht oder im anderen Falle, wenn der verkaufserlös die Schätzung weit übertrifft. Das Problem dürfte wirklich virulent werden, wenn die Boomer Genration abtritt und ihr Vermögen vererbt.


https://www.tz.de/muenchen/stadt/haidhausen-muenchen-immobilien-preise-haus-verkauf-erbschaftsteuer-investoren-zr-90951731.html#Echobox=1630405091

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