Wer ist in Afghanistan gescheitert.

Samuel Schirrbeck gehört zu den besten Islamkennern in Deutschland.


https://www.nzz.ch/meinung/afghanistan-nicht-der-westen-sondern-der-islam-ist-gescheitert-ld.1642340


„In Bezug auf Afghanistan ist derzeit allerorten vom «Scheitern des Westens» zu hören, vom Scheitern des Islam jedoch so gut wie nie. Der Westen hatte jedoch nie vor, Afghanistan zu «verwestlichen». Insofern ist er mit seinen Werten dort auch nicht gescheitert. Er hat lediglich versucht, militärisch eine Brandmauer zwischen dem friedlich-toleranten und dem kriegerisch-jihadistischen Islam zu errichten. Denn diese Brandmauer fehlt in der islamischen Theologie bis heute.“

Sehr lesenswert.


Die wichtigste Stelle im Artikel nach meiner Auffassung ist die, in der er diesen Satz erläutert.


„Diese Musliminnen und Muslime sahen sich nicht als Vertreterinnen «westlicher Werte», sondern als Subjekte eines eigenen muslimischen Lebensentwurfs.“


Weil:
„Der französische Sender FR 3 hatte damals afghanischen Journalistinnen dreissig kleine Kameras geschenkt. Sie zogen damit in die Dörfer, interviewten – von Frau zu Frau – Landfrauen, die niemals zuvor jemand nach ihren Problemen gefragt hatte. Einfachste Frauen schätzten sich glücklich, Schwerstarbeit bei der Strassenreparatur leisten zu dürfen, für vier Dollar am Tag, weil der Mann im Bürgerkrieg arbeitsunfähig geschossen worden war, glücklich, die vier Töchter jeden Tag aus der elenden Behausung in eine Schule gehen zu sehen.“
Warum auf der Ebenen des Außenministeriums solche und andere qualifizierte Stimmen nicht gehört werden, es bleibt ein Rätsel.

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