Gesamtwirtschaftliche Entwicklung

auf diesem Blog meiner Unternehmensseite www.audita.de dokumentiere ich seit einigen Monaten die wirtschaftliche Entwicklung verschiedener Unternehmensbereiche.

Mich wundern die Durchhalteparolen (anders kann man es nicht bezeichnen) von Herrn Altmaier und Herrn Scholz.

Sowohl die Wirtschaftsleistung als auch das Steueraufkommen (damit auch alle Beitragsformen zur Krankenkasse, Rentenversicherung und Arbeitslosenversicherung) brechen gerade in historischem Ausmaß ein. Bisher hört man es aus den Finanzämtern nur als leises Flüstern, in den Kassen der Städte und Gemeinden hallt die große Leere schon aus den Gewerbesteuertöpfen. Die Kämmerer tragen Sorgenfalten der Größenordnung „Canyon“ im Gesicht.

Alle Steuerarten sind betroffen. Lohn- und Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und natürlich auch die Gewerbesteuer. Das Ausmaß, in dem die Städte und Gemeinden betroffen sind, hängt natürlich von der Struktur des lokalen Gewerbes und der Ausgaben ab. Bei den Krankenkassen und bei der Arbeitsagentur sind die Rücklagen aufgebraucht. D.h. auch, dass die Beiträge und Steuern für die noch arbeitenden Betriebe und Arbeitnehmer steigen werden. Die SPD hat nun erkannt, dass gerade die Familien in Hartz IV besonders betroffen sind und hat daher eine Coronaprämie für diese Gruppe ausgelobt, die von der anderen Gruppe verdient oder von unseren Kindern und Enkeln (über Schulden) bezahlt werden muss.

Dass Herr Altmaier versprach, es werde kein Arbeitsplatz verloren gehen, sei seinem Optimismus zugeschrieben. Dass er jetzt noch behauptet, das produktive Gewerbe sei stark, ist nur noch Ignoranz oder bloßes Pfeiffen im Walde.

Nehmen wir die Touristik. Alle sprechen von den Hotels. Aber, dass an den Hotels auch Drittfirmen dran hängen, das wird oft verdrängt. So habe ich darüber berichtet, dass z.B. der Markt für pflanzliche Brotaufstriche zu 40% von HoGaCa (Hotels, Gaststätten, Cafes) besteht. Und wer kurz drüber nachdenkt, dem wird auch klar, dass der Markt für Kartoffeln (Pommes) und Pflanzenöl ebenfalls betroffen ist.

Margarine und Frittierfett – das macht doch nix.

Dass in Deutschland nur noch kurzfristig, mein Vater würde sagen von 12 Uhr bis Mittag, gedacht wird, ist bekannt.

Von den Reiseverboten sind nicht nur Konzerne wie TUI oder Lufthansa betroffen. Natürlich sehen sich auch Flughäfen, Dienstleister wie Gepäckabfertiger, Caterer und Technikdienstleister großen Umsatzrückgängen gegenüber.

Ganz am Ende der Nahrungskette stehen zwei weitere Dienstleister. Taxi und Mietwagen. Die Personenkilometer sind um 40% eingebrochen, ein Einbruch, wie er seit 20 Jahren nicht mehr stattfand. Bei den Mietwagenfirmen gingen die Neuzulassungen von 25 -30.000 in den Vorjahren des Monats Januar auf etwas mehr als 12.000 zurück. Mit etwas Zeitverzögerung wird der (übrigens auch globale) Nachfragerückgang also auch in der Autoindustrie (die ja auch politisch richtig gebeutelt wird) aufschlagen, die Halden produzierter aber nicht abgesetzter PKW wachsen jetzt schon. Gleichzeitig induziert die Panikmache eine keynesianische Liquiditätsfalle. Was so wissenschaftlich daher kommt bedeutet vereinfacht nur, dass die Unsicherheit der Konsumenten so groß ist, dass Geld lieber gespart als konsumiert wird. Im Moment ist das sogar noch gut, weil so die Inflation durch die aufgeblähten Geldmengen weltweit noch nicht zu inflationären Schüben führen.

Und das Problem wird sich auch nicht „während der Pandemie“ voll auswachsen. Das Heulen und Zähneklappern wird in der Postpandemiephase beginnen. Denn dann wird zum einen kein Geld mehr für Hilfsleistungen da sein und und in der politischen Begründung wird es heißen, dass nach der Beendigung des Lockdowns die Wirtschaft ja wieder läuft. Aber genau da liegt der Denkfehler. Denn wenn eine Wirtschaft „anspringt“ handelt es sich um einen Anlaufprozess, während dessen noch viele Unternehmen das Zeitliche segnen werden.

Die Veränderungen im Insolvenzrecht der Regierung lassen sich mit gut gemeint ist nicht gut gemacht umschreiben. Jetzt wären funktionsfähige Gerichte, die schnell entscheiden, gefragt. Aber auch hier hat der Lockdown seine Wirkungen gezeitigt. Die Verfahren türmen sich, die Verfahrensdauern werden länger.

So lange die Maßnahmen Aussetzung der Insolvenzantragspflicht und Kurzarbeitergeld laufen, werden sich die Auswirkungen nur verzögert und in irgendwelchen marginalen Statistiken zeigen.

Von einer verantwortungsvollen Regierung, einer an Fakten interessierten Presse würde man erwarten, dass gehandelt und berichtet würde, damit sich die Menschen darauf einstellen können.

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