Kuba und die neue Krise

Gerade zu Beginn der Coronakrise wurde Kuba als leuchtendes Beispiel hin gestellt.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/113612/Kubanische-Aerzte-kehren-als-Helden-von-Coronaeinsatz-zurueck
„Nach abgeschlossener Anti-Corona-Mission in Italien hat ein kubanisches Me­dizinerteam bei der Rückkehr in die Heimat einen triumphalen Empfang erhalten. Die 36 Ärzte und 15 Krankenpfleger hatten nach Angaben des kubanischen Gesundheitsministe­riums während ihres gut zweimonatigen Einsatzes in der Lombardei 516 COVID-19-Pa­tien­ten behandelt.“
„Insgesamt schick­te der sozialistische Inselstaat nach offiziellen Angaben 34 Medizinerteams in 27 Länder, um diese im Kampf gegen das Coronavirus zu unterstützen.“
In der Presse wurde das vorbildliche Engagement ausgiebig gewürdigt.
Doch liest man den Artikel bis zu Ende (was die meisten heute nicht mehr tun) stößt man auf diesen Satz:
„Schon vor der Krise war die Entsendung von Ärzten und Pflegern ins Ausland die wich­tigs­te Einnahmequelle Kubas.“
Jetzt werden folgende Meldungen aus Kuba berichtet.
„Angesichts einer schweren Wirtschaftskrise sind in Kuba erstmals seit Jahrzehnten wieder Demonstranten in großer Zahl gegen die kommunistische Regierung auf die Straßen gegangen. In der Hauptstadt Havanna zogen sie am Sonntag durch den historischen Stadtkern und skandierten „Freiheit, Freiheit“ und „Nieder mit der Diktatur“… „
https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/kuba-proteste-100.html#xtor=CS5-62
Neben den US Sanktionen, die das Land schon seit Jahrzehnten belasten, tritt nun auch noch der Coronabedingte Einbruch des Tourismus, der eine wichtige Einnahmequelle Kubas darstellt.
Die Situation ist explosiv. Die Regierung machte bereits klar, dass die Überwindung der Revolution nur über ihre Leichen zu schaffen sei, während an anderer Stelle vereinzelte Plünderungen stattfanden.
Bleibt zu hoffen, dass es einigermaßen friedlich bleibt. Ein Gewaltausbruch würde Konsequenzen weit über Kuba hinaus haben.

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